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Infoveranst. 27.2.07
Dichtung u. Wahrheit

Das Aus für das medizinische Zentrum.
Fehlt ein Internist in Wülfrath ?

Diese Homepage will die vorgebrachten Argumente gegeneinander stellen, damit Sie sich selbst ein Bild machen können.

Kapitel 1 (Februar 2007):

Die Fakten und der Sachstand vom Februar 2007 waren: Wülfrath hat rund 22.600 Einwohner. Das Krankenhaus wurde zum 31.12.06 geschlossen und soll als "Krankenhaus ohne Betten" fortgeführt werden. Es soll montags bis freitags von 8-18 Uhr eine "Ambulanz" betrieben werden, und es sollen im ehemaligen Krankenhausgebäude Arztpraxen betrieben werden.

Der ehemalige Oberarzt der Inneren Abteilung, Herr S.M., hatte beim Zulassungsausschuss die Zulassung als Vertragsarzt beantragt. Der Zulassungsausschuss hatte die Zulassung abgelehnt. Grund war, dass zusätzliche Ärzte aufgrund der gesetzlichen Bedarfsplanung für Vertragsärzte in gesperrten Gebieten nicht zugelassen werden dürfen, es sei denn, es lägen besondere Gründe vor. Diese hat der Zulassungsausschuss verneint.

Der Berufungsausschuss aber genehmigte im Dezember 2006 die Zulassung im Wege des Sonderbedarfs. Zulassungsausschuss und Berufungsausschuss sind von der KV unabhängige Institutionen, die mit je drei Ärzten und drei Krankenkassenvertretern besetzt sind. Der Berufungsausschuss hat dazu noch einen unabhängigen Vorsitzenden.

Die KV hält die Entscheidung des Berufungsausschusses, die gegen den erklärten Willen der KV getroffen wurde, für falsch. Sie hat deshalb dagegen vor dem Sozialgericht Klage erhoben, so dass die Gerichte zu klären haben, welche der Argumente beider Seiten stichhaltig sind und welche nicht.

Kapitel 2 (Januar 2008):

Wie die Westdeutsche Zeitung und die Rheinische Post am 26. Januar 2008 in ihren Lokalteilen melden, habe der Zulassungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen am 24.1.2008 ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in Wülfrath genehmigt. Dieses soll in den Räumen des ehemaligen Krankenhauses eingerichtet werden, zunächst mit einem hausärztlichen und einem gynäkologischen Arztsitz. Nach der Meldung soll der bisherige Oberarzt Saria El Mohammed im MVZ als Hausarzt tätig werden.

Einen im Kreis freiwerdenden Hausarztsitz zu übernehmen, nach Wülfrath zu verlagern und in ein MVZ einzubringen, ist rechtlich zulässig und bietet sicher mehr Aussicht auf Erfolg, als weiter den Klageweg durch die Sozialgerichts-Instanzen zu beschreiten, um einen zusätzlichen Arztsitz zu erstreiten.    

Allerdings handelt es sich um einen hausärztlichen Arztsitz, so dass Fachärzten vorbehaltene Untersuchungen dort nicht durchgeführt werden dürfen. Es sei denn, die Kassenärztliche Vereinigung erteilt eine Sondergenehmigung, was nach der Vorgeschichte des Falles eher zweifelhaft sein dürfte.

Kapitel 3 (März 2009):

Im März 2009 meldeten die örtlichen Zeitungen, dass das medizinische Zentrum in Wülfrath zum 30.4.2009 geschlossen wird. Die eigentlichen Gründe sind undurchsichtig. Jedenfalls gab es offenbar Streit zwischen dem Träger Antonius, der Stadt Wülfrath und dem Herminghausstift über die Nutzung des Krankenhausgebäudes, über den Erbpachtvertrag und über ausstehende Zahlungen.

Die Rede ist von einer Rückforderung von Zuschüssen zu den Schließungskosten des Landes in Höhe von einer Million Euro, dem Kauf des Schulgeländes durch einen Schulträger, der notwendigen Auflösung eines Erbpachtvertrages. Wer hier weiter einsteigen will, kann in den Artikeln der WZ nachlesen (Suchworte "Wülfrath" und "Herminghaus").

Was jetzt aus den Zweigpraxen der anderenorts niedergelassenen Ärzte wird, oder aus den im MVZ angestellten Ärzten, ist mir nicht bekannt. Die Nachfrage nach den Leistungen dieser Ärzte sollen jedenfalls deutlich unter den Erwartungen geblieben sein, was für einen fehlenden Bedarf vor Ort spräche. Der ehemalige internistische Oberarzt der Klinik soll dem Vernehmen nach in einem anderen Krankenhaus der Kliniken St. Antonius beschäftigt werden.

Der Versuch des Krankenhausträgers, in Wülfrath ein Krankenhaus ohne Betten zu betreiben, eine Ambulanz und ein medizinisches Versorgungszentrum, endete offenkundig in einem Scherbenhaufen. Der Versuch, den niedergelassenen Ärzten Anteile der Honorarbudgets wegzunehmen, ist damit gescheitert.    

verantwortlich für den Inhalt:

Hans-Peter Meuser
Zum Stadtbad 31
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Ich habe diese Homepage erstellt als Bürger des Kreises Mettmann und als Arzt mit besonderen Kenntnissen im Vertragsarzt-Recht. Sie gibt meine ganz persönliche Meinung wieder, die ich privat vertrete und auch in den Gremien der KV vertreten habe, und die auf öffentlich zugänglichen Quellen (Zeitungsartikeln, Pressemitteilungen) basiert, sowie auf persönlichen Gesprächen mit Personen aus dem Wülfrather Bereich.

Wer einen Schreibfehler findet, darf ihn behalten. Wenn Sie einen Fehler in der Sache finden, mailen Sie mir, und ich werde Ihren Einwand prüfen und eventuelle Fehler umgehend berichtigen.

Rückblick zur Infoveranstaltung am 27.2.2007

zuletzt aktualisiert: 8.4.2009

 
v.i.S.d.P.: Hans-Peter Meuser, Langenfeld